Wörter, Wörter, Wörter

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Enterbung / enterben

Der Wunsch, eine bestimmte Person möge nach dem eigenen Ableben bestimmt nichts bekommen, ist ziemlich verbreitet und ohne weiteres durch entsprechende letztwillige Verfügungen umsetzbar.

Schwierig ist die Sache nur in Bezug auf pflichtteilsberechtigte Personen (insbesondere Kinder, Ehepartner, uU auch Vorfahren). Die Entziehung des Pflichtteils ist nämlich an ganz spezielle, nur in seltenen Ausnahmefällen zutreffende Voraussetzungen geknüpft.

Erbschaft / Nachlass

Das gesamte Vermögen, aber auch die Schulden eines Verstorbenen.

Pflichtteil

Gesetzlicher Mindestanspruch besonders nahestehender Angehöriger (Kinder, Ehepartner, uU auch Vorfahren).

Sachwalter / Kurator / Vormund

Kümmern sich im Auftrag des Gerichts um Sie und Ihre Belange, wenn Sie das selber nicht mehr können.

Testament / Kodizill / letztwillige Verfügung

Ihr letzter Wille!

Testamentsvollstrecker

Wird vom Erblasser zur Umsetzung und Überwachung seiner letztwilligen Vorgaben eingesetzt.

Vorsorgevollmacht

Anders als bei der gerichtlichen Sachwalterbestellung kann man sich mit einer Vorsorgevollmacht noch zu einer Zeit, in der es einem gut geht, seinen Vertreter selbst aussuchen und ihm auch ein Reglement vorgeben, an das er sich zu halten hat. Sie tritt erst in Kraft, wenn man sich selbst um die eigenen Belange nicht mehr kümmern kann, ist jederzeit widerruflich und abänderbar.

Erblasser

Die verstorbene Person.

Erben

Erhalten das gesamte Vermögen und alle Rechte des Verstorbenen, haben aber auch seine Schulden und Pflichten zu übernehmen.

Vorsorgebevollmächtigter

Kümmert sich um alle Belange einer nicht mehr handlungs- und geschäftsfähigen Person.

Vermächtnis / Legat

Einer Person wird eine bestimmte Sache, etwa die Münzsammlung, ein Sparbuch oder ein Auto hinterlassen.

Auflage

Befehle des Erblassers an Erben oder Vermächtnisnehmer.

Patientenverfügung

Anweisung zur Unterlassung bestimmter medizinischer Behandlungen für den Fall, dass man sich bei Bedarf dazu nicht mehr selbst äußern kann.

Ehegattenerbrecht

Regelt die erbrechtlichen Ansprüche von Ehegatten oder eingetragenen Partnern zueinander.

Erbantrittserklärung

Förmliche Erklärung im Verlassenschaftsverfahren, das Erbe anzunehmen. Es gibt verschiedene Varianten mit jeweils weitreichenden Folgen, weshalb es sich empfiehlt, sich vor diesem bedeutsamen Schritt eingehend beraten zu lassen.

Erbvertrag

In Österreich nur zwischen Ehegatten und nur in sehr eingeschränktem Maße zulässig. Vorsicht ist vor allem deshalb geboten, weil Erbverträge im Unterschied zu Testamenten und Vermächtnissen im Nachhinein nur mit Zustimmung beider Ehegatten widerrufen oder abgeändert werden können.

Erbverzicht

Erklärung zu Lebzeiten, im Voraus auf ein bestehendes Erbrecht zu verzichten.

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge tritt immer dann ein, wenn keine letztwillige Verfügung getroffen wurde. Der Nachlass wird zu bestimmten Anteilen unter den nächsten Verwandten (Kinder, Ehepartner, uU Vorfahren) aufgeteilt.

Leibrentenvertrag

Der Verkäufer einer Sache, etwa einer Liegenschaft, erhält anstelle eines festen Kaufpreises sein restliches Leben lang vom Käufer einen bestimmten Rentenbetrag. Das kann je nach Lebensdauer für die eine oder andere Seite lukrativ sein. Da sich dies üblicherweise nicht vorhersehen lässt, handelt es sich in rechtlicher Hinsicht um „Glücksverträge“.

Schenkung auf den Todesfall

Ein Schenkungsvertrag zu Lebzeiten, der aber erst nach dem Tod des Schenkenden erfüllt wird, beispielsweise, wenn der Geschenknehmer die Eigentumswohnung seiner Eltern erst nach deren Ableben erhalten soll.

Testamentszeuge

Zur Formgültigkeit bestimmter letztwilliger Verfügungen, beispielsweise für nicht eigenhändig geschriebene Testamente, sieht das Gesetz die Beiziehung einer gewissen Anzahl dazu geeigneter Zeugen vor.

Todesfallaufnahme

Jedes Verlassenschaftsverfahren wird federführend vom Gerichtskommissär abgehandelt, der sich gemeinsam mit den voraussichtlichen Erben anhand der Todesfallaufnahme ein erstes Bild über die persönlichen und vermögensbezogenen Umstände des Erblassers macht.

Überschuldeter Nachlass

Eine Gegenüberstellung des Vermögens mit den Schulden des Nachlasses ergibt ein negatives Bild. Unter diesen Umständen sollten keinesfalls irgendwelche Erklärungen abgegeben werden, bevor man die konkrete Situation nicht eingehend analysiert und sich beraten lassen hat.

Testamentsregister

Damit letztwillige Verfügungen nicht verloren gehen und zu gegebener Zeit auch tatsächlich aufgefunden werden, besteht die Möglichkeit, sie im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte oder im Österreichischen Zentralen Testamentsregister der Notariatskammer registrieren zu lassen.

Erbengemeinschaft

Mehrere Erben teilen sich den Nachlass in bestimmten Quoten. Alle gemeinsam bilden die Erbengemeinschaft.

Erbenmachthaber

Erben beauftragen einen bestimmten Rechtsanwalt oder Notar mit der Wahrnehmung ihrer Interessen bzw der Abwicklung des Verlassenschaftsverfahrens.